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Bedeutende Literatur und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der ersten, bzw. anfänglichen Eisenherstellung im alten vorderen Orient:    

Das Eisen in der schriftlichen Erwähnung und Eisenfunde ab dem 4. Jt. v. Chr in Anatolien und Mesopotamien  

Zum Eisen der Hethiter, Ünsal Yalcin
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=14&ved=2ahUKEwiZzvHxyLXgAhWJ-6QKHX5HB6sQFjANegQIABAC&url=https%3A%2F%2Fwww.tf.uni-kiel.de%2Fmatwis%2Famat%2Fiss%2Fkap_a%2Farticles%2Feisen_hethiter_yalcin.pdf&usg=AOvVaw3LfbwUp9Uts-FUaImzoli5





 









Beiträge zum Pyramidenbau nach Seite VI verschoben.
Siehe:    

http://cheops-insider.homepage.t-online.de/40592.html








Anlage Eisenfunde ist noch in Vorbereitung. Siehe Seite I


ALTES REICH



-2680  Djoser
Die Ptolemäer dokumentieren, dass das Eisen bereits in der 3. Dynastie existent war, und dass damit die Pyramidensteine und die Statuen aus Granit bearbeitet wurden. Die Inschrift der Hungersnotstele auf der Insel Sehel (südlich von Assuan) belegt, dass bereits Djoser die Eisenerze östlich und westlich von Elefantine abgebaut hat:  
“Im Osten seiner Siedlung (Elefantine) gibt es ein Bergmassiv mit allerlei kostbaren Mineralien, allerlei Hartgestein aus Steinbrüchen und auch sonst allem, was man braucht, um Tempel, Sarkophage oder irgendwelche Statuen, die in Tempeln und Gräbern stehen, herzustellen“.  

Im weiteren Text werden die Steinbrüche und die kostbaren Mineralien beschrieben, die oberhalb und  bis zu vier Meilen landaufwärts liegen.
In der darauf folgenden Aufzählung der Namen der kostbaren Mineralien, wird bei den beschriebenen Metallen das Eisen genannt. (41)  

Von daher wird auch Herodot bestätigt, der bereits den Pyramidenbau mit Eisenwerkzeugen beschrieb, was auch durch identische Werkzeugspuren vom Alten Reich bis zur Spätzeit belegt wird.

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-2600   “Die Königsgräber von Ur enthielten einige rostige Eisenfragmente ...“.
“Bei Alaca Hüyük in Anatolien, einem in das dritte vorchristliche Jahrtausend zurückdatierten Fundort, entdeckten Archäologen eine Eisennadel und das Fragment einer sichelförmigen Platte“.  (16)

-2590   Die Inschriften von Cheops und seinem Sohn am „Wasserberg des 
         Djedefre“ bestätigen den Abbau von Eisenerz im Alten Reich.  Siehe #76-77    

-2580   Bei der Howard-Vyse-Expedition 1837 fand J. R. Hill nach Sprengarbeiten an der Cheops-Pyramide zwischen freigelegten Blöcken ein stark verrostetes Eisenbruchstück der Größe von ca. 26*9*0,4 cm.
Die 1989 durchgeführte chemische Analyse von El Gayer und M. P. Jones ergab nur feinste Spuren von Nickel, und weil der Kohlenstoffgehalt am Eisen gebunden ist, weisen diese Parameter eindeutig auf von Menschenhand gemachtes Eisen hin. (Maser, Veröffentlichungen im Bergbauwesen; 2; 9; et al.)    

-2550    In der Mastaba des nj-cnh-rc aus der 4. Dynastie fand Hermann Junker  
            eine Pfeilspitze mit drei Flügeln aus Eisen (Fund-Nr. 32). (60)
   
-2520    G. A. Reisner publiziert 1908 aus dem Taltempel der Mykerinos Pyramide einen zerfallenen Brocken Rost, sowie ein dem Mundöffnungsritual zugeschriebenes Besteck mit einer Rostkruste. Man nimmt an, der Rost stamme von einem Brocken aus verhüttetem Eisen. (3; 4)
Eine chemische Analyse erwies sich als nickelfrei. (5)  


-2500  Zehn Eisenobjekte aus den Gräbern von Alacahöyük, Anatolien.
         "Die erneuten Analysen (Yalcin, 2012) bestätigen die Annahme, dass die
          Eisenfunde aus terrestrischem Eisen hergestellt worden sind". (61)
Auch die ca. 200 Stück kleinteiligen Eisenfunde aus dem östlichen Hethiter-Reich, zur Zeit des Neuen Reichs, erwiesen sich als Schmiedeeisen. (23)
Somit wird einerseits der Mythos entkräftet, dass die Ägypter Meteoreisen von den Hethitern bezogen hätten, und zweitens, dass alle Übersetzungen der alten Schriften zu diesem Metall, falsch interpretiert wurden.   



- 2500   Lexikon des alten Ägypten von Guy Rachet, franz. Originalausgabe 1998, Metall, Seite 228:
„In einigen Gräbern des Alten Reiches fand man Barren aus Eisen.  … im Neuen Reich war dieses Metall besser bekannt, ....“.
Auf Seite 246 zur Naqade II-Kultur schreibt er zu den gefundenen Perlen: „ ... Eisen, was jetzt zum ersten Mal auftaucht.“  

Adolf Erman, 1923,  Aegypten III, ACHTZEHNTES KAPITEL, Das Handwerk:
 “Dass man seit dem alten Reiche auch schon Eisenwerkzeuge verwendet hat,
 ist eine Tatsache“     


-2450  Im Relief der Metallarbeiterszene des Kaemrehu (5. Dynastie) wird erstmals der von zwei Schmelzern betriebene Rennofen, die Schmiedeesse mit aufliegenden großen Brocken und das Schmieden von handgroßen Werkstücken belegt.
Der verarbeitete Werkstoff wird mehrfach als bj3 benannt. (32)        

-2400   Maspero entdeckt 1881 bei der Öffnung einer Seitenkammer der Unas Pyramide bei Sakkara 6 Stück Eisenmeißel und mehrere Eisenstücke,  neben Farbtöpfen und Abfällen von Kalkstein und Alabaster. 5. Dynastie. (4)

 -2400   Maspero entdeckt 1882 den Fund von Bruchstücken einer eisernen Hacke in der “schwarzen Pyramide“ von Abusir, sowie zerbrochene Eisenwerkzeuge, worunter Klingen von Hohlbeilen und Angeln von Beilen und Messern waren in Dahschur, aus derselben Zeit.  5. – 6. Dynastie. (4)

-2400    „Absonderlich mutet auch das Material an, aus dem die Ägypter ihre Netjerti-Geräte fertigten. In den Pyramidentexten des Pharaos Unas wird das bj3-Instrument als "Meißel aus Erz" beschrieben“. 


- 2400   Die Pyramidentexte beschreiben eiserne Throne, Stricke und Ketten, die aus Erz hergestellt seien – von Meteoriten ist nicht die Rede.     


-2400  Wainwright, 1932 (S.74), erwähnt Fundstücke von einem aus Eisen gefertigten kleinen Rinderschenkel und einem Dechsel aus Elfenbein mit eiserner Klinge. Q: Aegyptologie.com/Lexikon/Meteoreisen. Anmerkung: Eine zeitliche Zuordnung wird nicht angegeben. Da als Zeremonialwerkzeuge identifizierbar,  die beim MÖR verwendet wurden, erfolgt meinerseits die Datierung in das Alte Reich.

- 2300   Pyramidentexte des Pepi I,  6. Dynastie :
"Horus hat den Mund dieses Pepi geöffnet mit dem, womit er den Mund des Osiris geöffnet hat; mit dem Erz (bjA), das aus Seth kam, mit dem Schenkel aus Erz, der den Mund der Götter öffnet".    
Anmerkung: Wüste, descheret, „die rote Erde“, wo Seth, der rote Gott regierte; es wird also der Fundort der Erze genannt, wie es auch in den Expeditionsinschriften beschrieben wird.   Siehe hierzu  Beitrag # 54    


-2300   “Aus Eisen terrestrischer Herkunft sind die unbearbeiteten Eisenklumpen der Zeit von Pepi I  aus Abydos“. S. Przeworski, Die Metallindustrie Anatoliens in der Zeit 1500-700 v. Chr.,  Seite 142.   “Bei der Kupferstatue des Pepi I ist besonders bemerkenswert, dass durch den Kern des rechten Beines ein eiserner Stab durchgeht, um dem Kern beim Guss größere Stabilität zu geben“. Ludwig Beck, Die Geschichte des Eisens in technischer und kulturgeschichtlicher Beziehung, 1884, S.88    


-2300  In einem Register der Mastaba des Kai-em-anch werden vier Meißel, ein Dechsel, eine Axt, eine Säge, ein Metallbrocken ((bestehend aus bja,  (63)) sowie das Erz aus dem die Gegenstände bestehen aufgelistet. Hermann Junker übersetzt das Erz als: „Ein mineralischer Stoff, der aus Elephantine geholt wird“ (62).
Es wird also die Eisenerzmine am westlichen Nilufer, gegenüber von Elephantine am Qubbet el Hawa genannt, wo das anstehende Eisenoxid abgebaut werden konnte. Die Grabmalerei dokumentiert somit unzweifelhaft, dass die Werkzeuge aus Eisen hergestellt wurden.


-2300  Petrie belegt bei Ausgrabungen in Abydos, aus der 6. Dynastie, eine stark
          verrostete Prunkaxt. Dieser Fund wird auch von L. Klebs (1921)
          beschrieben. Weiterhin wurden dem Fundkontext zwei eiserne
          Schwertklingen zugewiesen. (Petrie, Abydos II, 1903, Tafel
          XXII, Fund-Nr. 10-12)


-2300  Petrie fand 1911 bei Ausgrabungen in Abydos, ein großes Stück verrostetes
           Eisen aus der 6. Dynastie. Der Form nach handelte es sich um einen 
           Eisenkeil der Größe von ca. 60/45/28-0 mm, der auf einem Kupferblech
           lag. (7) ( 9) (43)
           Eine chemische Analyse ergab nur feinste Spuren von Nickel. (8)    

Mond and Myers finden 1937 in einem Grab des Alten Reiches verrostete Eisenperlen. (9; 10) 



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                                       MITTLERES REICH  

siehe auch unten zum Punkt: Neues Reich, Geräte des mittleren und des neuen Reichs aus einem Massengrab bis zur Zeit Ramses II.      

-2050    Brunton veröffentlicht 1935, eine eiserne Klinge von einem der pesesch-kef-Amulette, die er in Deir el-Bahari im Grab der Ashayit fand und die aus der 11. Dynastie, dem Mittleren Reich stammen. Nach Lucas l.c. S. 238, wird der Nickelgehalt mit ca. 10% angegeben. Siehe hierzu die Anmerkung unten, bei Fazit.

-2000     Die Lehre des Cheti (insbesondere die Untersuchungen von Brunner und Helck) belegt die Benutzung von eisernen Werkzeugen, wie z.B. beim Holzarbeiter, Zimmermann, Tischler, Feldarbeiter und Steinmetzen. (siehe Beiträge # 80 ff)  

-2000  Eine Axtklinge aus Eisen (Modellaxt, ca. 45 Gramm) vom Tempel des Mentuhotep , 11. Dynastie, aus Deir El-Bahari, wird im Britischen Museum aufbewahrt (Reg.-Nr. 1907.1015.165). Bibliographie: Davies, 1987, S. 150.  

-2000     Ein eiserner Dechsel zur Zeit des Sesostris I,  12. Dynastie
“D. Arnold fand in Lischt ein kurzes breites Eisen mit aufgerolltem Ende. Mit dem aufgerollten Ende konnte es in einem Holzgriff verankert und als kurze, präzise einsetzbare Dechsel verwendet werden. Quelle 762: Arnold, Pyramid, 102, fig. 49. Dieses Eisen wurde von ihm als “scraper“ bezeichnet“.   
(K. Dohrmann, Dissertation, Analyse der Sitzstatuen Sesostris I aus Lischt, S. 128)


-2000     Die Inschrift einer Horus-Stele zur Zeit des Sesostris I:
„Auf dem Schlitten die kostbare Fracht aus Eisen ( bjA ), die zu holen der König den Beamten zu der Mine geschickt hatte“. Q: Menna in Wortfamilie bjA ( 2009 ) / Zitat aus E. Graefe, S. 85; siehe auch Beitrag # 58    


-2000     „Außerdem berichtet ein Text aus dem Anfang des –19. Jhd. von der Entsendung eines ägyptischen Gesandten nach Nubien um Gold und Eisenerz zu holen“.
Q: S. Przeworski (1939),  Die Metallindustrie Anatoliens in der Zeit von 1500 – 700 v. Chr., S. 142    

“Kleine Kunstgegenstände von Eisen von hohem Alter (-2000) wurden in Gräbern und Tempeln gefunden“. Beck S.89 mit Hinweis auf Manduit, Emploie d'aisain 1844, und Troade 1848.        

- 1900    Der mesopotamische Disput des personifizierten Eisens an das Kupfer, beschreibt die Handhabung eiserner Werkzeuge der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere Hacken, Dechsel, Axt und Sichel. (Beitrag # 79/1 auf Seite XIV)

- 1800   "Als ältestes Eisenstück lässt die Forschung heute meist eine ägyptische Lanzenspitze  gelten, die in einem Grab zu Buhen in Nubien von etwa 1800 v. Chr. gefunden wurde". Q: D. Raabe,  „Geschichte der Metalle“, S. 73    

- 1700   Briefe und Gesetzestexte überliefern die Kenntnis des Eisens und des      
             Stahls.             




1881 Maspero entdeckt bei der Öffnung einer Seitenkammer, an der Unas Pyramide bei Sakkara  5 – 6 Eisenmeißel,  neben Farbtöpfen und Abfällen von Kalkstein und Alabaster.  Altes Reich, 5. Dyn.


1882 Maspero entdeckt den Fund einer eisernen Hacke in den Gräbern von Abusir und zerbrochene Eisenwerkzeuge aus Dashur aus derselben Zeit. Altes Reich, 5. – 6. Dyn.  


1908 Reisner publiziert aus dem Taltempel der Mykerinos Pyramide, ein dem Mundöffnungsritual zugeschriebenes Besteck mit eisenrosthaltiger Kruste. Altes Reich.  


1911 Petrie belegt bei Ausgrabungen in Abydos, ein großes Stück bearbeitetes Eisen in Verbindung mit Kupfer, Altes Reich, 6. Dynastie.  


1911 Wainwright, Petrie und Mackay dokumentieren aus zwei prädynastischen Gräbern in El-Gerzeh, sieben bzw. zwei stark verrostete Eisenperlen, die Bestandteile einer Kette bzw. eines Armbandes waren.  


1922 Howard Charter lokalisiert in der Grabkammer des Tutanchamun, ein 16-Teiliges Besteck von Meißelmodellen mit dünnen Eisenklingen. Einen schweren Eisendolch mit feinst ziselierter Klinge, dessen Punzierung nur mit Stahlwerkzeugen zu realisieren war. Weiterhin zwei massive Amulette und einen Ring aus Schmiedeeisen. Alle Eisenartefakte erwiesen sich als nickelfrei. Neues Reich, 18. Dynastie, um -1355.  Q: Wainwright 

1923  Adolf Erman in Aegypten III, ACHTZEHNTES KAPITEL, Das Handwerk. Dass man seit dem alten Reiche auch schon Eisen zum Gerten (landwirtschaftliche Arbeiten) verwendet hat, ist eine Tatsache, an der man nicht mehr gut zweifeln kann, da es verschiedentlich gelungen ist, beim Abbrechen alten Mauerwerkes zwischen den Steinen desselben Stücke eiserner Werkzeuge zu finden.