„Beklage nicht was nicht zu
ändern ist, ändere was zu beklagen ist“
W. Shakespeare
Prolog
Diese Homepage entstand aus dem alleinigen Wissen, dass
Granit nicht mit Kupfer oder einem Dolerithammer bearbeitet werden kann, schon
gar nicht so, wie es von den Ägyptern der ersten Dynastien praktiziert wurde.
Die Beiträge #1–77 im Thread "Die Eisenwerkzeuge zur Zeit des Cheoops" wurden
bis zum Erlöschen des Forums “Faszination-Aegypten.de“, im Dezember 2010, unter
meinem Mitgliedsnamen “Cheopsquängler“ (cq),
veröffentlicht.
Die bis dahin geschaffenen Grundlagen bestärkten mich, auch
ohne Zuhörerschaft des Forums, das Thema zu festigen.
Der seitdem zusammengetragene Wissenskatalog belegt
unzweifelhaft die Herstellung und die Nutzung des Eisens zu Beginn der
dynastischen Zeiten um 3000 v. Chr. in Ägypten.
Einen Tipp, wo man das Lesen anfangen sollte kann ich leider nicht geben, denn alle
Diskussionspunkte sind Bestandteil zur Klärung der bislang einseitig publizierten
Metallurgie für das Alte Ägypten.
Inhaltsverzeichnis
und Anhang Eisenfunde
aus dem alten Ägypten
# DATUM
Inhalt / Beschreibung
SEITE I
1 080323 Einleitung,
Betrachtung der baulichen u. bildhauerischen Leistungen im Alten Reich und Frage zur Eisenverwendung.
2 080328 Chepri:
Benben – Kernbohrung
3;4;6 Aset-Hotep Kritik
und in # 6 o.k.
5 080329 Hinweis
zu Mineralienatlas / Eisen / antike Welt
7 080330 Erfindungen, Ägypter stellen erste Gebrauchsgegenstände
aus Eisen her
8 080407 Amasis: Meteoriteisen prädynastisch und seit - 3000
9 080413 Antw. auf #
9 ,,Schlagenergie der Werkzeuge“
10 080426 Teil
II Rohmaterial als Nebenprodukt der vordynastischen u. dyn. Kupferproduktion. Königsgrab 1. Dynastie,
>> Grabbeigaben , Propyläen der Weltgeschichte: Wilson,
Pittioni >>
frühgeschichtliches Eisen aus der Kupferproduktion ??
11 080427 Nachtrag
zu Teil II = Eisen + Kupfer Gruben, historische Vorkommnisse, Eisenerze Teil III, Bahariya / Al-Harra, oberblächennahe Fe-Oxidationszone
12 080427 Teil
IV, Montanwesen: Raseneisenstein, Eisenhydroxid, Link zu Alfred
Bullermann´s Rennofen
13 080501 Schlussreport
zu Rohstoffe, Energie/Wälder + Hypothese
14, 15 Chepri: der Wald- und Holzbestand im alten Ägypten
+ Antwort
SEITE II
16 080502 Chepri:
ich biege mir was zurecht, pure Phantasie
17 080510 Gegenantwort
mit Holzbau , Link Landesamt für Denkmalpflege Forstwirtschaft
18 080511 Chepri Schluß und Ende mit der Erdbeeren-These
19 080718 Geschichte des Kupfers > Pittioni,, Link Prof. Dr. Föll, es kann jedoch nicht
angehen
… > schmieden von Meteoreisen; Brief Hattusilis an Ramses, Soden: Eisendolche von Alaca Hüyük und Ur,
um 2400 Akkader in Anatolien.
20 080719 Chepri
: eiserne Throne und Himmelsketten,
tellurisches Eisen ab 18 . Dynastie
aus dem Norden /
Syrien ? / Anatolien
?
21 080828 Werkzeugspuren: Siliotti und Lehner: Meißelspuren; K. Dohrmann Analyse; D. Stocks Feuersteinmeißel; Westendorff : Relief
Steinmetze mit Hammer und schlanken Meißel, M. C. Petro : Beschreibung der Hieoglyphe "mr"
22 080829 Chepri
glaubt nur an Eisenfunde
23 080914 Eisen
wiegen,, Meteoreisen: Amasis usw., Mineralienatlas Lexikon Nagada –4000 verhüttetes Fe.
Evolution durch Kupferschmelzer, und –Verlauf,
Amboss; Die ersten eisernen
Kratzer, mit Skulpturbeschreibung. Eisenwerkzeuge vor Meteoreisen !!,
24 080914 Chepri
bleibt dabei
25 080914 Thomas
Schipper: Mysteria >> Kernbohrungen R. Lorenz
SEITE III
26 080923 Kernbohrungen,
Lorenz und Prahl Auseinandersetzung,, Eisenfunde von Prahl, Probyläen Weltgeschichte > Wilson > Hyksos > Nil-Schmiede
> Ramses IV hat die erste Eisenkrise der Welt.
27 081005 Dolerithammer
und die Schleifstoffe; Thebanische Obelisken, vorgeschichtliche Steinhauer > Ornamente schleifen
SEITE IV
28 081008 Thomas
Schipper, Eisen vor Hyksos,
29 081009 T.
Schipper. > bjA = Erz = Seth,, ab 3. – 6. Dynastie Erz mit fester Eigenschaft
30 081014 Seth,
Wüste, Meißel, Narmer, Grobe Werkzeuge
> unedel; Anfänge d. Schmiedens, Diercke Weltatlas, Al
Harra, Al-Baharija Erzvorkommen, Vollbeladener
Güterzug, Naqada-Kultur >
Narmer, Betro > Meißel mr, Westendorf > Narmer > mr;
Zur altägyptische Reichseinigung ist das Eisen bereits bekannt, Ernüchterung festgestellt.
SEITE V
31-32 081016 T.
Schipper, Atome und Phasenübergänge > nicht erfolgsversprechend !!
33 081031 Prof.
Dr. H. Föll, Uni Kiel, , Meißel härten,, Hieroglyphe Kupfer und Brunnen !
34 081102 Hämatit,
Roteisenerz, Eisenoxid, Eisenhydroxide, Magnetitlagerstätten, siderithisch; Uni Münster >
Verhüttung mit Rennofen, Schmiede u. Stabeisen, Eisen kam nicht zu
den Pyramiden; Dr. C. Müller : Schmied, Feuer, Frau = Töpfer Eisenschmiede
Naturvölker, nur kupferne Scheinwerkzeuge kein Gebrauchswerkzeug. Wo sind die Gravuren
der Kupfer-Zeit ? hartes Cu von Anfang an, D. Stocks beschreibt
das Kupfer immer passend zu je seiner Anwendungen.
35 081116 Stuhlmann
Blasebälge,, Eisen im Alten Rreich, Morgan: Eisen um 4000 – 3500 im Sinai u. Ägypten !! Eisen ab –1500
überall i. d. Alten Welt !!; Blasebälge ab –
4000 in Ägypten, Eisen im 3. Jahrtausend, ..., Schmiede einer sesshaften
Urbevölkerung angehörten.
Krauth & Meyer
in: Der Steinmetz, Fe –3000,, Prof. Dr. Poulsen –2500 + sowie Erman und
Spiegelberg,, -2800 in Ägypten von Ed.
Meyer und Jielck
Enzyklopädie der
technischen Chemie : Holzkohle –3000, Eisen eher als Cu und Bronze !!, Eisen
bei 700 °C. reduzierbar, dazu Siebers: lehnt Eisen vor Kupfer ab !; Wörterbuch der
Kunst: Eisenzeit ab dem Einsetzen der schriftlichen Geschichtsquellen. Stuhlmann u. Siebers: Blasebalg ist
chalkolithisch
SEITE VI
36 081116 bis # 38, FD kennt sich aus, # 39 Aset-hotep
40 081203 Antwort
auf Lucas S. 235, Recherche; M. Betro, H. Moesta Handelpreise, Tribut Eisen / Kupfer, Mitterberg, Kupfer ist nicht nachvollziehbar. Wo sind die Bauten ? Bearbeitungsspuren der ca. 40.000 m3 Hartgesteinsarbeiten / Rosengranit
aus Assuan ?
41 081204 bis
# 42 FD: meint zu wissen wo es lang geht
43 081205 Th.
Schipper verweist auf Lucas /
Harris,, # 44 FD ist entsetzt !!
47 081206 Abschließende
Zusammenfassung, Moesta: "von menschengemachtes Eisen ab dem Chalkolithikum", also –4000; zwei Funde und eine Waffe um -3000 - -2000 laut Desch. Fazit für das Jahr 2008
ab Juni 2009
48 090609 Gast
, Grabbeigaben von Amenophis III, 425 kg schwarzes Cu = Eisen.
49 091115 P. Knauth / Smith: Die Entdeckung des Metalls; Hethiter u. Eisenfunde
51 091124 Erklärung Hethiter, Hattusa, Löwentor, Zeugnisse der Verwendung von Eisenwerkzeugen
in Skulptur. Smith sieht die
ungeschriebenen Leistungen der Zivilisation in Museen. Gegenfrage zu den
Anfängen: Wer hat die ersten Eisendolche
geschmiedet ??
52 091204 Evolution
von groben Anfängen ( prädynastisch ) bis zum Eisendolch, Guy Rachet: Eisenbarren im Alten Reich und Naqada II Eisen-Perlen, Barren >
Dolch > vorher Spitzeisen und Beil für
Bootsbau.
53 091219 Geologie und Bodenschätze Ägyptens,
Deutsche
Forschungsgemeinschaft, Sonderforschungsbereiche: Erzlagerstätten in Oberägypten
u Bahariya; 2 Aufsätze:Die Oberpfalz Eisenverarbeitung Schmiedeschlacken, Temperatur
um 900°C, nur Ägypten war in der Lage Eisendolche zu schmieden.
SEITE VIII
54 091231 Prähistorische
Eisenperlen nicht im Einklang mit Eisenmeteoriten. Die Meteoritperlen
aus Gerzeh und die hämatitischen aus Tura, Vergleich mit Meteoreisen
DFG = Nickeleisen
vorhanden, Menna MÖR, Worfamilie bjA u
Meteoriteisen,
Seth, Horus und
Osiris, Pepi bjA, Pyramiden u Sargtexte
beziehen sich auf > Eisen.
55 100109 Nachtrag
zu # 54
56 100113
Lexikon Wortfamilie bjA ( bj3 ), Dissertation v. E. Graefe; Eisenluppe ungleich Meteoreisen
57 100116 Lexikon bjA,
“ Wasserloch “, Beschreibung u. Erklärung der Eisenerze
SEITE IX
58 100121 Lexikon bjA ( bj3 ),
“Schlitten“ Teil I
59 100204 Wortfamilie bjA (bj3), “ Schlitten “ Teil II
60 100325 Dolerithammer Versuche I
SEITE X
62 100418
Dolerithammer, Figuren und Obelisk von Sesostris I
63 100420
Th. Schipper bezieht sich auf D. und R. Klemm
64 100501
Kommentare zum ersten Absatz aus Klemm / Klemm
65 100527
Wollsackverwitterung, Schiefer, Granit und unser Dolerithammer
SEITE XI
66 100619 Verschleißberechnung des Hammer´s aus Dolerit bei der
Granitbearbeitung
67 100622
T. Schipper: Steinbearbeitung mit
Feuer ?
73 100831 Gewinnung von Granit mit dem
Brennstrahlverfahren
74 100909
Beweise, Bilder von punktgespitzten Granitoberflächen im Alten Reich
75 101003
Bild: gespitzte Rosengranit-Fundamentsteine der Mykerinos
Pyramide
SEITE XIII
76 101018
Carlo Bergmann und der Wasserberg des Djedefre, Ocker / Pigmentabbau ?
77 101102
Wasserberg des Djedefre, keine
Pigmente, Verwendung des Eisenoxides als Erz !!
------------------- Ab Dezember 2010 ist das Forum Faszination-Ägypten.de Offline, es wurde aufgelöst und vom www. genommen.
-------------------
78 110208 Die Schmiede und Erzarbeiter im altägyptischen Reich, zur Zeit des Cheops
Zu B. Scheel, Teil I Eine Beschreibung mit
Anmerkungen zur Dokumentation von B. Scheel:
Studien zum Metallhandwerk
im Alten Ägypten I
Handlungen und Beischriften
in den Bildprogrammen
der Gräber des Alten
Reiches. SAK 12, 1985, Bernd Scheel.
78/1 110210 Die soziale Stellung der Schmiede und der Erzarbeiter, die bjA-Metall verarbeiteten, im Alten Reich Ägyptens, zur Zeit des Cheops
79 110308 Teil II: Die Schmiede und Erzarbeiter des Mittleren Reiches, im alten Ägypten Zu B. Scheel, Teil II Eine Beschreibung mit
Anmerkungen zur Dokumentation von B. Scheel:
Studien zum Metallhandwerk im Alten Ägypten II
Handlungen und Beischriften in den Bildprogrammen
der Gräber des Mittleren Reiches. SAK 13, 1986, Bernd
Scheel.
79/1 110422 Nachtrag zu den Beiträgen # 78/1 und # 79
1.) Die Lehre des
Cheti, Sohn des Duauf;
2.) Eisenfund,
ägyptische Speerspitze bei Buhen 1800 v. Chr; 3.) Götter bewohnten
Ägypten,die Schreibung für Kupfer,
Bronze und Eisen (bj3) im alten Ägypten;
4.) G. A. Wainwright, Iron In Egypt; 5.) Der Disput des
Eisens an das Silber.
80/1 110312 Teil III-A) Irrungen und
Wirrungen zur bjA-Diskussion
Zu B. Scheel, Teil III Eine Beschreibung mit
Anmerkungen zur Dokumentation von B. Scheel:
Studien zum Metallhandwerk im Alten Ägypten III
Handlungen und Beischriften in den Bildprogrammen
der Gräber des Neuen Reiches und der Spätzeit.
SAK 14, 1987, Bernd Scheel.
81
280711 Die Hieroglyphen für „Erz“ und „Erzarbeiter“
Dr. Arnold Brunner / Prof. A.
Scharff, Die Lehre des Cheti, Sohnes
des Duauf
Herman Junker, Die Hieroglyphen für „Erz“ und
„Erzarbeiter“, MDAIK 14
Prof. Dr. Silvio Curto, Postille circa la Metallurgia Antico-Egizia
Kaplony, Ägyptologische
Abhandlungen Nr. 15, Die Inschriften der äg. Frühzeit Wolfgang Helck, Die Lehre des Dw3-Htjj
Erhart Graefe, Dissertation “Untersuchungen zur Wortfamilie bj3“
Bernd Scheel, Studien
zum Metallhandwerk im Alten Ägypten I, II und III, Handlungen und Beischriften in den
Bildprogrammen der Gräber. SAK 12, 13, 14.
Neuer Absatz
geändert/ergänzt 24.01.12
Eisenfunde aus dem Alten Ägypten
Vorwort
Grabräuber zeigten sich zu allen Zeiten unbeeindruckt von rostigen Eisenfunden.
Erfolgsversprechend waren für sie Mumien und Schmuck. Anerkennenswert dennoch
ist der Hinweis von Wissenschaftlern unter Leitung Napoleons um 18oo, die mit
Funden von Eisenbarren aus den Gräbern des Alten Reiches aufwarteten.
Siehe hierzu unten und # 52.
Erst mit dem inzwischen entwickelten ägyptologischen Bewusstsein seit Ende des
19ten Jahrhunderts – als es kaum mehr ungeöffnete Gräber gab – wurde man sich
des „Alteisens“ bewusst.
Der historische Hintergrund ist, dass F. A. Mariette in Zusammenarbeit mit H. Brugsch in den 1860er Jahren die
Inschriften des Serapeum in Sakkara übersetzten, und K. R. Lepsius die
Inschriften der Königslisten aus Abydos veröffentlichte.
Ab diesem Zeitpunkt konnte die altägyptische Königsabfolge zum ersten Mal
zweifelsfrei vor dem biblischen Zeitgeist belegt werden. Dachte man bislang,
die altägyptische Kultur hätte sich parallel der Griechischen und Römischen
etabliert, so musste sie nun um ca. 2000 Jahre vorverlegt werden.
Erst von da an war man sich über das tatsächliche Alter der
Tempel, Gräber und Pyramiden im Klaren.
Das bedeutet, dass alles bis dahin entnommene rostige Eisen
als unattraktives Inventar angesehen wurde, und dass - abgesehen von den
Eisenfunden archäologisch denkender Forscher - alle Eisenartefakte durch die Entnahme von
Invasoren, Einheimischen, Plünderern und Kolonialisten beseitigt wurden.
Als Belege der These, dass in Ägypten bereits seit dem Alten
Reich Eisen bekannt war, gewonnen und verarbeitet wurde, werden im Folgenden
Fundberichte aufgelistet, und zwar in Übersicht
1.) in der zeitlichen Reihenfolge der Auffindung, in
Übersicht 2.) in der Zuordnung zur Gliederung der ägyptischen
Geschichtsperioden.
1.) Eisenfunde
aus dem Alten Ägypten, aufgelistet nach dem Jahr der Entdeckung
1820 Giovanni Belzoni
entdeckt unter einer Sphinx aus dem Neuen Reich, 18. Dynastie eine eiserne
Sichel.
1830 verzeichnet Joseph
(Giuseppe) Passalacqua zwei eiserne Hacken aus einem Massengrab, datiert ins
Mittlere/Neue Reich, Inventar Nr. 7103 und 7104.
Q: Königliche Museen zu Berlin, Ausführliches Verzeichnis der ägyptischen Altertümer, 1899.
1837 J. R. Hill findet in der Cheops-Pyramide bei Sprengarbeiten ein Eisenbruchstück aus dem
Alten Reich, hierzu schreibt er:
"... Tatsächlich stammen die ältesten Eisenfunde in Ägypten aus der Zeit
um 2580 v. Chr. Sie wurden im Jahre 1837 beim Absprengen einer Steinlage in
einer inneren Stein-Lagerfuge der Cheops Pyramide von Gizeh gefunden.
Bei jenem fast 5000 Jahre alten Werkzeugrest handelt es sich um ein mit
Nickelspuren durchsetztes weiches Eisen, dessen gebundener Kohlenstoff eine -
oft vermutete - meteoritische Herkunft mit einiger Sicherheit ausschließt“.
Quelle: http://www.geschichtsforum.de/f24/cheopspyramide-18191/index8.html, Maser, Veröffentlichungen im Bergbauwesen
1840 veröffentlicht
Howard Vyse den Fund eines Eisenobjektes, welches an einem altägyptischen
Steinverarbeitungsplatz nahe der Cheops Pyramide gefunden wurde.
1865 R. Lepsius
archiviert Funde aus einer Nekropole der 11. – 19. Dynastie mehrere
Eisenartefakte, darunter einen Eisenstab
(Inventarnummer 2841) sowie eine eiserne Pflugschar (Inv.Nr. 13876).
Q: Königliche Museen zu Berlin, Ausführliches Verzeichnis der ägyptischen Altertümer, 1899.
1881 Maspero entdeckt bei der Öffnung einer Seitenkammer, an
der Unas Pyramide bei Sakkara 5 – 6
Eisenmeißel, neben Farbtöpfen und
Abfällen von Kalkstein und Alabaster.
Altes Reich, 5. Dyn.
1882 Maspero entdeckt den Fund einer eisernen Hacke in den Gräbern von Abusir
und zerbrochene Eisenwerkzeuge aus Dashur aus derselben Zeit.
Altes Reich, 5. – 6. Dyn.
1908 Reisner publiziert aus dem Taltempel der Mykerinos Pyramide, ein dem
Mundöffnungsritual zugeschriebenes Besteck mit eisenrosthaltiger Kruste. Altes
Reich.
1911 Petrie belegt bei Ausgrabungen in Abydos, ein großes Stück bearbeitetes
Eisen in Verbindung mit Kupfer, Altes Reich, 6. Dynastie.
1911 Wainwright, Petrie und Mackay dokumentieren aus zwei prädynastischen
Gräbern in El-Gerzeh, sieben
bzw. zwei stark verrostete Eisenperlen, die Bestandteile einer Kette bzw. eines
Armbandes waren.
1922 Howard Charter lokalisiert in der Grabkammer des Tutanchamun, ein 16-Teiliges
Besteck von Meißelmodellen mit dünnen Eisenklingen.
Einen schweren Eisendolch mit feinst ziselierter Klinge,
dessen Punzierung nur mit Stahlwerkzeugen zu realisieren war. Weiterhin zwei
massive Amulette und einen Ring aus Schmiedeeisen. Alle Eisenartefakte erwiesen
sich als nickelfrei. Neues Reich, 18. Dynastie, um -1355. Q: Wainwright
1923 Adolf Erman in Aegypten III,
ACHTZEHNTES KAPITEL, Das Handwerk.
Dass man seit dem alten Reiche auch schon Eisen zum Gerten (landwirtschaftliche Arbeiten) verwendet hat, ist eine Tatsache, an der man nicht mehr gut zweifeln kann, da es verschiedentlich gelungen ist, beim Abbrechen alten Mauerwerkes zwischen den Steinen desselben Stücke eiserner Werkzeuge zu finden.
1928 C. H. Desch untersucht mittels Elementaranalysen den
Nickelgehalt an altägyptischen Eisenfunden. Der Befund zeigt nickelfreies Eisen,
nur zwei Stücke enthielten Nickel in unterschiedlicher Konzentration. Einen Beweis, dass nickelhaltiges Eisen
ausschließlich meteoritisch sein müsste kann niemand erbringen. Fakt ist aber,
dass noch heutzutage Nickeleisenerz in Ägypten abgebaut wird. Siehe auch unten zu
Moesta, Desch und “Fazit“.
1928 Lukas: “Der wohl eiserne Ring vom prädynastischen Friedhof in Armant (zit.
Lucas l.c. S. 237) ging verloren, ehe er näher untersucht werden konnte“.
1932 Wainwright (S.74; Deveria: „Le fer et l’aimant“) erwähnt Fundstücke von
einem aus Eisen gefertigten kleinen Rinderschenkel und einem Dechsel aus
Elfenbein mit eiserner Klinge. Q: Aegyptologie.com/Lexikon/Meteoreisen.
Anmerkung: Eine zeitliche Zuordnung wird nicht angegeben. Zeremonialwerkzeuge,
die beim MÖR verwendet wurden, sind sie
in das Alte Reich datierbar.
1935 Brunton veröffentlicht eine eiserne Klinge von einem der pesesch-kef-Amulette,
die er in Deir el-Bahari im Grab der Ashayit fand und die aus der 11. Dynastie,
dem Mittleren Reich stammen.
Nach Lucas l.c. S. 238, wird der Nickelgehalt mit ca. 10%
angegeben.
Siehe hierzu die Anmerkung unten, bei Fazit.
2.) Eisenfunde aus dem Alten Ägypten in Wort,
Schrift und Bild, gegliedert in der zeitlichen Abfolge:
PRÄDYNASTISCHE ZEIT
-4000 In Ägypten gaben zwei etwa 6000 Jahre alte Fundorte am Nil
Eisenperlen, ein Eisenamulett und eine eiserne Messerklinge frei. Quelle:
Knauth / Smith, Die Frühzeit des Menschen / Die Entdeckung des
Metalls, Funde Seite 83.
(Wainwright, Petrie und Mackay sprechen nur von den 9 rostigen Eisenperlen)
-3200 Prädynastische Mythen beschreiben erstmals eherne ( eiserne, aus bjA
bestehend ) Speere und Dolche im legendären Kampf zwischen Horus und Seth,
sowie die eiserne Klinge seiner Mutter Nut. Aus bjA war übrigens auch der Speer
gedacht, mit dem Seth die Apophisschlange vom Boot des Sonnengottes aus
attackiert.
---------------------------------------------
FRÜHDYNASTISCHE ZEIT
-3000 H. Moesta, Erze und Metalle
– ihre Kulturgeschichte im Experiment, 1986, S. 150:
Im Grab von Tell Chagar Bazar (am nördlichen Ende des Belich, Nebenstrom des
Euphrat) und in einem präsargonidischen Tempel in Mari am mittleren Euphrat
wurden Eisenbruchstücke gefunden, die laut Untersuchung von Desch eindeutig
nicht meteoritischen Ursprungs sind.
Die Reste werden auf 3000 bis 2700 v. Chr. Datiert.
In Tell Asmar fand sich aus der gleichen Zeit die erste eiserne Waffe.
-2910 Anedjib, (Hor-aned-jib)
ist der Horusname des altägyptischen Königs (Pharaos)
der 1. Dynastie
(Frühdynastische Zeit), welcher um 2910 v. Chr. regierte.
Sein Nebtiname: Nbwj-mr.j-bj3-p = Geliebter des eisernen Throns der beiden
Herren.
Der Thron- und Eigenname: Mr.j-bj3-p = Geliebter des eisernen Throns. (Q:
Wikipedia, Anedjib)
-2900 Lukas 1928:
“Der wohl eiserne Ring vom prädynastischen Friedhof in Armant (zit. Lucas l.c.
S. 237) ging verloren, ehe er näher untersucht werden konnte“.
-2600 “Die Königsgräber von Ur enthielten einige
rostige Eisenfragmente ...“.
“Bei Alaca Hüyük in Anatolien, einem in das dritte vorchristliche Jahrtausend
zurückdatierten Fundort, entdeckten Archäologen eine Eisennadel und das
Fragment einer sichelförmigen Platte“. Quelle: Knauth / Smith, Die
Frühzeit des Menschen / Die Entdeckung des Metalls, Funde Seite 83.
-2590 Die Inschriften von Cheops und seinem Sohn am „Wasserberg des
Djedefre“ bestätigen den Abbau von Eisenerz im Alten
Reich. Siehe # 76 - 77
-2580 J. R. Hill findet 1837 in der
Cheops-Pyramide bei Sprengarbeiten ein
Eisenbruchstück,hierzu schreibt er:
"... Tatsächlich stammen die ältesten Eisenfunde in Ägypten aus der Zeit
um 2580 v. Chr. Sie wurden beim Absprengen einer Steinlage in einer inneren
Stein-Lagerfuge der Cheops Pyramide von Giseh gefunden. Bei jenem fast 5000
Jahre alten Werkzeugrest handelt es sich um ein mit Nickelspuren durchsetztes
weiches Eisen, dessen gebundener Kohlenstoff eine - oft vermutete - meteoritische
Herkunft mit einiger Sicherheit ausschließt“.
Quelle: http://www.geschichtsforum.de/f24/cheopspyramide-18191/index8.html; Maser, Veröffentlichungen im Bergbauwesen
-2580 Howard Vyse veröffentlicht 1840
den Fund eines Eisenobjektes, welches an einem altägyptischen
Steinverarbeitungsplatz nahe der Cheops Pyramide gefunden wurde.
-2520 G. A. Reisner
publiziert 1908 aus dem Taltempel der Mykerinos Pyramide, ein dem
Mundöffnungsritual zugeschriebenes Besteck mit eisenrosthaltiger Kruste, 4.
Dynastie.
-2500 Lexikon des alten Ägypten von Guy
Rachet, franz. Originalausgabe 1998, Metall, Seite 228:
„In einigen Gräbern des Alten Reiches fand man Barren aus Eisen. … im
Neuen Reich war dieses Metall besser bekannt, ....“. Zur Naqade II-Kultur
schreibt er auf S. 246, zu den gefundenen Perlen:
„ ... Eisen, was jetzt zum ersten Mal auftaucht.“
Adolf Erman, 1923,
Aegypten III, ACHTZEHNTES KAPITEL, Das Handwerk:
“Dass man seit dem alten Reiche auch schon Eisenwerkzeuge verwendet hat, ist eine Tatsache“
-2500 Maspero
entdeckt 1881 bei der Öffnung einer Seitenkammer, an der Unas Pyramide bei
Sakkara 5 – 6 Eisenmeißel, neben Farbtöpfen und Abfällen von Kalkstein
und Alabaster. 5. Dynastie.
-2400 Maspero
entdeckt 1882 den Fund einer eisernen Hacke in den Gräbern von Abusir, und
zerbrochene Eisenwerkzeuge aus Dashur aus derselben Zeit. 5. – 6. Dynastie.
-2400 „Absonderlich mutet auch das
Material an, aus dem die Ägypter ihre Netjerti-Geräte fertigten. In den
Pyramidentexten des Pharaos Unas wird das bj3-Instrument als "Meißel aus
Erz" beschrieben“. Q: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8701228.html
- 2400 Die Pyramidentexte beschreiben eiserne Throne, Stricke und
Ketten, die aus Erz hergestellt seien – von Meteoriten ist nicht die Rede.
-2400 Wainwright,
1932 (S.74), erwähnt Fundstücke von einem aus Eisen gefertigten kleinen
Rinderschenkel und einem Dechsel aus Elfenbein mit eiserner Klinge. Q:
Aegyptologie.com/Lexikon/Meteoreisen.
Anmerkung: Eine zeitliche Zuordnung wird nicht angegeben. Da
als Zeremonialwerkzeuge identifizierbar,
die beim MÖR verwendet wurden, erfolgt meinerseits die Datierung in das
Alte Reich.
-2350 Pyramidentexte des Pepi I, 6. Dynastie :
"Horus hat den Mund dieses Pepi geöffnet mit dem, womit er den Mund des Osiris
geöffnet hat;
mit dem Erz (bjA), das aus Seth kam,
mit dem Schenkel aus Erz, der den Mund der Götter
öffnet".
Anmerkung: Wüste, Descheret, „die rote Erde“, wo Seth, der
rote Gott regierte; es wird also der Fundort der Erze genannt, wie es auch in
den Expeditionsinschriften beschrieben wird.
Siehe hierzu Beitrag # 54
-2350 “Aus Eisen terrestrischer
Herkunft sind die unbearbeiteten Eisenklumpen der Zeit von Pepi I
(6. Dynastie) aus Abydos“.
Q: S. Przeworski, Die Metallindustrie Anatoliens in der Zeit
1500-700 v. Chr., Seite 142.
-2300 Petrie belegt
1911 bei Ausgrabungen in Abydos, ein großes Stück bearbeitetes Eisen in
Verbindung mit Kupfer, 6. Dynastie.
-----------------------------------------------
MITTLERES REICH
siehe auch unten zum Punkt: Neues Reich, Geräte des
mittleren und des neuen Reichs aus einem
Massengrab bis zur Zeit Ramses II.
-2050 Brunton veröffentlicht 1935, eine eiserne
Klinge von einem der pesesch-kef-Amulette, die er in Deir el-Bahari im Grab der
Ashayit fand und die aus der 11. Dynastie, dem Mittleren Reich stammen.
Nach Lucas l.c. S. 238, wird der Nickelgehalt mit ca. 10%
angegeben.
Siehe hierzu die Anmerkung unten, bei Fazit.
-2000 Die Lehre
des Cheti (insbesondere die Untersuchungen von Brunner und Helck) belegt die Benutzung
von eisernen Werkzeugen, wie z.B. beim Holzarbeiter, Zimmermann, Tischler,
Feldarbeiter und Steinmetzen. (siehe Beiträge # 80 ff)
-2000 Ein
eiserner Dechsel zur Zeit des Sesostris I, 12. Dynastie:
“D. Arnold fand in Lischt ein kurzes breites Eisen mit aufgerolltem Ende. Mit
dem aufgerollten Ende konnte es in einem Holzgriff verankert und als kurze,
präzise einsetzbare Dechsel verwendet werden. Quelle 762: Arnold, Pyramid, 102,
fig. 49. Dieses Eisen wurde von ihm als “scraper“ bezeichnet“.
Quelle: K. Dohrmann, Dissertation Analyse der Sitzstatuen Sesostris I aus
Lischt, S 128.
-2000 Die Inschrift einer Horus-Stele
zur Zeit des Sesostris I:
„Auf dem Schlitten die kostbare Fracht aus Eisen ( bjA ), die zu holen der
König den Beamten zu der Mine geschickt hatte“. Q: Menna in Wortfamilie bjA (
2009 ) / Zitat aus E. Graefe. Seite 85; siehe auch Beitrag # 58
-2000 „Außerdem berichtet ein Text aus dem Anfang
des –19. Jhd. von der Entsendung eines ägyptischen Gesandten nach Nubien um
Gold und Eisenerz zu holen“.
Q: Stefan Przeworski (1939), Die Metallindustrie Anatoliens in der Zeit
von 1500 – 700 v. Chr., S. 142
-1900 Der
mesopotamische Disput des personifizierten Eisens an das Silber, beschreibt die
Handhabung eiserner Werkzeuge der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere Hacken,
Dechsel, Axt und Sichel. (Beitrag # 80)
-1800 "Als ältestes Eisenstück lässt die Forschung heute
meist eine ägyptische Lanzenspitze gelten, die in einem Grab zu Buhen in
Nubien von etwa 1800 v. Chr. gefunden wurde".
Q: D. Raabe, „Geschichte der Metalle“, S. 73
In einem Massengrab, datiert ab dem Mittleren Reich bis zu Ramses II, fand Joseph (Giuseppe) Passalacqua um 1830, zwei eiserne Hacken (Inv.Nr. 7103 u. 7104).
R. Lepsius beschreibt um 1865 die Funde eiserner Geräte, einen Zeremonial- bzw. Eisenstab (Inventarnummer 225), sowie eine eiserne Pflugschar (Inv.Nr.13876). Q: Königliche Museen zu Berlin, Ausführliches Verzeichnis der ägyptischen Altertümer, 1899.
-1500 Stiftungsliste des Thutmosis III,
Weihgaben-Nr. 167, nach Walter Wreszinski:
"Ein eisernes Libationsgefäß in Form des Lebenszeichens. Nach anderen
Quellen sei auch Nr. 177 ein quadratischer Altar aus Eisen".
-1500 Eine eiserne Nadel, gefunden in
Abydos. Q: Wainwright, Iron in Egypt.
S. Przeworski belegt hierzu noch einen Fingerring, einen
Knauf und eine Sichel aus Eisen (ob es die von Belzoni ist, geht nicht klar
hervor).
-1454 Amenophis II verzeichnet in der
Inventarliste seiner königlichen Waffen der Schatzkammer 140 Eisendolche Q: Die Schutzwaffen der Skythen, E. V. Chernenko, 124, Fußnote 52: Avdiev,
Voennaja Istorija Drevnego Egipta 2 (1959) 263.
-1450 Giovanni
Belzoni entdeckt um 1820 unter einer Sphinx aus dem Neuen Reich, 18. Dynastie
eine eiserne Sichel. Q: Wainwright, Iron in Egypt
-1400 In der Verzeichnisliste der Grabbeigaben des
Month-Tempels von Amenophis III, werden neben Bronze und Kupfer noch 425
kg schwarzes Kupfer = Eisen genannt.
Q: F. Teichmann, Der Mensch und sein Tempel, S. 133.
Die exzellente Blütezeit der altägyptischen
Eisenschmiedekunst wird am Trauungsgeschenk von Amenophis III an Taduchepa
verdeutlicht: Ein Armreif aus Eisen, mit Gold beschlagen, darin als Intarsien
Vögel aus echtem Lapislazuli. ( Q.: u.a. nefershapiland.de )
-1400 11 Stück Eisen-Artefakte aus dem Hathor-Tempel in Timna, die
sich nach einer chemischen Analyse als nickelfrei erwiesen. Q: Encyclopedia of
the Archaelogy of Ancient Egypt, 1999, S. 526. (siehe auch Beitrag # 81)
-1355 Howard Charter
lokalisiert 1922 in der Grabkammer des Tutanchamun, ein 16-Teiliges Besteck von
Meißelmodellen mit dünnen Eisenklingen, sowie zwei massive Amulette aus
Schmiedeeisen;
Q: S. Przeworski.
Weiterhin einen schweren Eisendolch mit feinst ziselierter
Klinge, dessen Punzierung nur mit Stahlwerkzeugen zu realisieren war. Alle
Eisenartefakte erwiesen sich als nickelfrei.
Q:
Wainwright, Iron in Egypt.
19. Dynastie
-1300 Fund eines
eisernen Armreifes aus der 19. Dynastie. Q: Wainwright.
S. Przeworski belegt hierzu mehrere eiserne Axtklingen, sowie einen Eisendolch.
-1200 Archäologischer
Fund eines Eisenschwertes (Hellebarde) des Ramses III. Q: Wainwright
-1200 Beigaben und
Funde von eisernen Nadeln, Messern und ehernen Klingen im Ramesseum.
Q: Petrie, Tools and Weapons.
Bekannt ist auch ein bearbeiteter Eisenbarren aus Meidum. Q:
Stefan Przeworski (1939), Die Metallindustrie Anatoliens in der Zeit von
1500 – 700 v. Chr., S. 142.
Fundstücke aus
Meteoreisen in Ägypten …, sind extreme Raritäten. In den
zusammenfassenden Berichten zur Eisenverarbeitung in Ägypten sowie über eiserne
Fundstücke von Lucas (1962), Coghlan (1977) und Wainwright (1932, 1936) werden
nur zwei durch Nickel-Analysen zweifelsfrei als aus Meteoreisen bestehende
Objekte erwähnt.
Quelle: Ägyptologie.com/Lexikon/Meteoreisen; vom Mitglied
Menna
Fazit:
Der Nickelgehalt von nur zwei
Befunden wird durch den Nachweis des Vorkommens von Ni-haltigen Eisenerzen in
Ägypten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Strukturen und Ressourcen in
Nordost-Afrika) und auch von F. El-Baz (The Geology of Egypt) verständlich. (siehe
Beitrag # 53 ff)
Nachgewiesen ist somit, dass alle aufgeführten Fundstücke aus Eisen terrestrischen
Ursprungs sind.
Im Beitrag #81, „Die Hieroglyphen
für Erz und Erzarbeiter“ wurden Hinweise berichtet, dass schon im Alten Reich der
Werkstoff bjA als terrestrisches Eisen zu lesen ist.
Eine Assoziation zur himmlischen
Herkunft könnte durch die bläuliche Farbe des blank geschliffenen
Schmiedeeisens abgeleitet werden, bzw. durch die schillernden Regenbogenfarben
Gelb, Rot und Blau, die beim Abschrecken (Anlassen) des Metalls von der
Schneide hin zum Schaft wandern. Hierbei dominiert die Blaue Färbung, die nach
dem Abkühlen als sichtbare Linie erhalten bleibt.
Überliefert ist uns die Farbe Blau
für Eisen im Sprachgebrauch, als auch in der Farbgebung von eisernen
Gegenständen in altägyptischen Reliefs.
Eine meteoritische Herkunft kann
auch nicht aus „religionsideologischen Gründen“ postuliert werden, da die
mineralogische Situation (Nachweis von Ni-haltigen Eisenerzen) in Ägypten diese
Vermutung überflüssig macht.
Wir dürfen also davon ausgehen, dass für den Pyramidenbau
Eisenwerkzeuge zur Verfügung standen und verwendet wurden.
F. Stuhlmann, R. Andree, Felix von Luschan, A. Brunner
(siehe Beitrag #81) und viele weitere berufene Forscher, sowie die
altägyptischen Reliefs zur Metallverarbeitung (B. Scheel) unterstreichen meine
Erkenntnisse und das von mir zusammengetragene Material.
-----------
Zur außereuropäischen “Eisenzeit“:
Von W. Piersig (2009), “Geschichtlicher
Überblick zur Entwicklung der Metallbearbeitung, Werkstoffe, Werkzeuge,
Materialbearbeitungsverfahren bzw. –techniken vom Anbeginn der Zeitrechnung“:
um 4000 … Hartlöten in Ägypten und Mesopotamien in
Anwendung, primitive Kupferäxte kennen die Ägypter, Eisen etabliert sich
bei ihnen und im sumerischen Ur.
um 2500 – 2000 Beginn der
Eisengewinnung. Einsatz des Blasebalges fängt an.
um 2000 Feuer- oder
Hammerschweißen bei der Eisenbearbeitung beginnt.
um 1475 Älteste Abbildung für fortgeschrittenen
Blasebalg entsteht. Nachweis ist die Wandmalerei im Grab des ägyptischen
Stadthalters Rekhmara (Rekhmire).
um 1340 Eisendolche werden
poliert
um 1200 Eisen wird wohlfeilstes
Metall und beginnt die Bronze zu besiegen.
- 3900 Ägypter schmelzen Metall und verwenden Meteoriteisen
- 1900 Babylon: Gebrauch von Eisen - 1600 Anatolien: Eisenproduktion
>> ließen sich zu der angegebenen Zeit Meteoriten schmelzen ?
Schmuckstücke daraus extrahieren oder zusammenschmieden ??
---------
Aus: “Holzkohle in der Erd-, Ur- und Frühgeschichte“, von E. Gering :
Zwischen 3000 und 2000 v.0 tauchte erstes verhüttetes Eisen in
Mesopotamien, Kleinasien, Ägypten und im Sudan auf. Funde aus der
Sub-Saharazone belegen, dass rennofenähnliche Verfahren zur Eisengewinnung
schon um 2000 v.0 auch im südlichen Afrika bekannt waren.